Risiken des
Fleischkonsums
Knochenerkrankungen
Fleischprodukte
enthalten durchschnittlich mehr Phosphor als Calcium im Gegensatz zu
pflanzlichen Nahrungsmitteln. Ein erhöhtes Phosphor/ Calciumverhältnis in
der Nahrung führt zu einem sekundären Hyperparathyreodismus. (1)
Das Parathormon führt zu einer Calciummobilisierung aus den Knochen.
Besonders Jugendliche sind dadurch gefährdet, weil eine unzureichende
Knochenmasse in der Pupertät ein Risikofaktor für Osteoporose in den
späteren Lebensjahren ist. In einer Studie an jungen Frauen zeigte sich eine
negative Korrelation zwischen der Protein- und Phosphatzufuhr und der
radialen Knochendichte. (2)
Tierische Proteine enthalten mehr schwefelhaltige Aminosäuren als
pflanzliche Proteine. Die beim Abbau der schwefelhaltigen Aminosäuren
entstehenden Protonen sind die Hauptquelle für eine Säurebelastung des
Organismus. Ein anhaltender Säureüberschuss fördert die Entmineralisierung
der Knochen, da die H+-Ionen unter Bildung von Hydrogenphosphat an
Phosphationen gebunden werden.
Im Jahr 2001 wurden mehrere Arbeiten zum Thema »Säure-Basen-Haushalt« und
Knochenstoffwechsel publiziert. (3, 4, 5)
Eine Schweizer Arbeitsgruppe der Universität Lausanne konnte zeigen, dass
eine säurebildende Ernährung die Calcium-Ausscheidung um 74 % erhöhte im
Vergleich zu einer basenbildenden Diät.
Von der Osteoporotic Fractures Research Group der University of California
wurde publiziert, dass das Hüftfrakturrisiko bei postmenopausalen Frauen
wesentlich von der Nahrungszusammensetzung abhängt. Ältere Frauen mit einer
hohen Aufnahme tierischer Proteine im Vergleich zu pflanzlichen Proteinen
hatten ein signifikant höheres Risiko für Hüftfrakturen als
Kontrollpersonen. Die Inzidenz der Hüftfrakturen in den einzelnen Ländern
korreliert mit dem Verhältnis von tierischem zu pflanzlichem Protein in der
täglichen Ernährung. Die Wissenschaftler kommen zu dem Schluss, dass eine
geringgradige metabolische Alkalose wahrscheinlich der optimale
Säure-Base-Status ist.
Auch bei der Auswertung der Framingham Osteoporosis Study zeigte sich, dass
ein hoher Verzehr von Obst und Gemüse einen protektiven Effekt auf die
Knochenstruktur hatte (6).
(1) Calvo
MS et al: Persistently elevated parathyroid hormone secretion and action in
young women after four weeks of ingesting high phosphorus, low calcium
diets; J Clin Endocrinol Metab 1990 May; 70(5): 1334-40
(2) Metz
JA et al: Intakes of calcium, phosphorus, and protein, and physical-activity
level are related to radial bone mass in young adult women; Am J Clin Nutr
1993 Oct; 58(4): 537-42
(3) Buclin
T et al: Diet acids and alkalis influence calcium retention in bone;
Osteoporos Int 2001; 12(6): 493-9
(4) Sellmeyer
DE et al: A high ratio of dietary animal to vegetable protein increases the
rate of bone loss and the risk of fracture in postmenopausal women. Study of
Osteoporotic Fractures Research Group; Am J Clin Nutr 2001 Jan; 73(1):
118-22
(5) Frassetto
L et al: Diet, evolution and aging – the pathophysiologic effects of the
post-agricultural inversion of the potassium-to-sodium and base-to-chloride
ratios in the human diet; Eur J Nutr 2001 Oct; 40(5): 200-13
(6) Tucker
KL et al: Bone mineral density and dietary patterns in older adults: the
Framingham Osteoporosis Study; Am J Clin Nutr 2002 Jul; 76(1): 245-252
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