«Nichts wird die Gesundheit des Menschen und die Chancen auf ein Überleben auf der Erde so steigern wie der Schritt zur vegetarischen Ernährung.»
(Albert Einstein)

Fachartikel

pflanzliche Proteine 470

Sehr viele Menschen sind bis heute der Überzeugung, dass ohne tierische Proteine eine ausreichende Eiweißversorgung des Menschen nicht möglich sei. Mit pflanzlichen Proteinen sei der Eiweißbedarf des Menschen nicht zu decken, die geringe Wertschätzung pflanzlicher Proteine ist auch daran zu erkennen, dass z. B. der Verzehr von proteinreichen Hülsenfrüchten in Deutschland bei 0,4 – 1,7 kg pro Kopf pro Jahr liegt – während der Fleischkonsum 2015 knapp 60 kg pro Kopf betrug.

Aus ernährungsphysiologischer Sicht ist entscheidend, ob durch die Proteinzufuhr eine ausreichende Menge an essentiellen Aminosäuren aufgenommen wird. Bekanntlich können die essentiellen Aminosäuren vom Körper nicht selber gebildet werden, sie müssen also obligat über Nahrungsmittel zugeführt werden. Jedes Protein, tierisch und pflanzlich, hat ein spezifisches Aminosäurenmuster, aus dem abgeleitet werden kann, in welchem Umfang dieses Aminosäurenmuster dem Aminosäurenbedarf des Stoffwechsels entspricht. Man spricht von der biologischen Wertigkeit eines Proteins.

Das Volleiprotein hat die höchste biologische Wertigkeit und gilt als Referenzprotein. Bei pflanzlichen Proteinen ist es meist so, dass bestimmte Aminosäuren nur in geringen Mengen im Protein vorhanden sind. Durch eine geeignete Kombination pflanzlicher Proteine kann aber problemlos der Bedarf an essentiellen Aminosäuren gedeckt werden. Zum Beispiel sind Getreideproteine lysinarm und methioninreich, während die Proteine von Hülsenfrüchten lysinreich und methioninarm sind. Eine Kombination von Getreideproteinen und Proteinen von Hülsenfrüchten führt also zu einem vollständigen Aminosäurenmuster.
Tierische Proteine sind für die menschliche Ernährung nicht erforderlich, weil mit pflanzlichen Proteinen eine ausreichende Protein- und Aminosäurenversorgung möglich ist. Proteine aus verschiedenen pflanzlichen Nahrungsmitteln müssen nicht zur gleichen Zeit verzehrt werden, d.h. nicht gemeinsam in einer Mahlzeit. Es ist ausreichend, wenn sie über den Tag verteilt werden. Soweit einige ernährungswissenschaftliche Fakten zu pflanzlichen Proteinen...

Aus dem Archiv

Vegetarische Ernährung und Übergewicht/Diabetes

Tomaten M Gromann pixelio 200Forscher aus South Carolina untersuchten über einen Zeitraum von sechs Monaten verschiedene Ernährungsformen hinsichtlich der Effektivität für eine Gewichtsreduktion bei übergewichtigen Erwachsenen. Dabei erwies sich die vegane Ernährung als am effektivsten. Die vegane Ernährung führte im Vergleich zur Mischkost, pesco-vegetarischen Kost und semi-vegetarischen Kost zu einer stärkeren Veränderung der Lipidparameter.

US-Wissenschaftler publizierten eine Metaanalyse und eine systematische Übersicht über den Zusammenhang zwischen vegetarischen Ernährungsformen und der Blutzuckereinstellung bei Typ-2-Diabetikern. In die Auswertung der Daten wurden sechs Studien einbezogen. Der Verzehr einer vegetarischen Kost war mit einer besseren Blutzuckerkontrolle bei Typ-2-Diabetikern verbunden.

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