Vegetarischer Salat 470

In regelmäßigen Abständen publiziert die Academy of Nutrition and Dietetics, früher American Dietetic Association genannt, ein Positionspapier zur vegetarischen Ernährung. Auch in diesem aktuellen Positionspapier ist nachzulesen, dass die amerikanische Ernährungsgesellschaft sorgfältig geplante vegetarische, einschließlich vegane Ernährungsformen, für gesund hält. Durch diese Ernährungsformen ist eine adäquate Nährstoffzufuhr möglich, und es zeigen sich günstige Effekte hinsichtlich der Prävention und Behandlung verschiedener Erkrankungen. Vegetarische Ernährungsformen eignen sich für alle Lebensphasen, einschließlich Schwangerschaft, Stillzeit, Kleinkindesalter, Kindheit, Adoleszenz und Alter. Auch für Athleten sind diese Ernährungsformen geeignet.

Im Folgenden werden aus dem aktuellen Positionspapier einige interessante Fakten vorgestellt. Rund 3,3 Prozent der amerikanischen Erwachsenen ernähren sich vegetarisch. Von dieser Population ernähren sich 46 Prozent vegan. Bei jungen Erwachsenen sind inzwischen sechs Prozent Vegetarier oder Veganer. Bei Erwachsenen über 65 Jahren sind es nur zwei Prozent.

Vegetarische einschließlich vegane Ernährungsformen decken den Proteinbedarf oder übersteigen ihn sogar, bei ausreichender Kalorienzufuhr. Vegetarier haben eine geringere Zufuhr an EPA und DHA als Mischköstler, Veganer nehmen überhaupt keine langkettigen Omega-3-Fettsäuren auf. Ob dies eine klinische Relevanz hat, ist aber eher fraglich. Vegetarische oder vegane Kinder zeigen z.B. keine Beeinträchtigung ihrer mentalen Entwicklung und auch der Entwicklung des Sehvermögens. EPA und DHA können aus Alphalinolensäure endogen gebildet werden, wobei die Umwandlungsrate unterschiedlich groß sein kann. Es gibt aber zunehmend Beweise dafür, dass der Omega-3-Bedarf bei gesunden Personen allein durch Alphalinolensäure gedeckt werden kann. Die endogene Bildung von EPA und DHA aus Alphalinolensäure genügt zur Aufrechterhaltung stabiler Konzentrationen über viele Jahre. Die Academy of Nutrition and Dietetics empfiehlt Vegetariern und Veganern eine höhere Zufuhr von Alphalinolensäure. Schwangere und stillende Frauen sollten auch DHA-Supplemente aus Algenöl einnehmen.

Vegetarier nehmen gleich viel oder sogar etwas mehr Eisen auf als Mischköstler. Neuere Studienergebnisse zeigen, dass die Eisenaufnahme gesteigert wird, wenn die Ferritinspiegel niedrig sind. Die Nicht-Hämeisenaufnahme kann bei Personen mit Eisenmangel zehnmal höher sein als bei Personen mit ausreichender Eisenversorgung.

Die Zinkaufnahme bei Vegetariern ist gleich hoch oder nur gering niedriger als bei Mischköstlern. Die Zinkkonzentrationen im Serum sind etwas niedriger, bewegen sich aber im Normbereich. Die Zinkaufnahme kann auch in einem gewissen Umfang durch organische Säuren wie z.B. Zitronensäure verbessert werden.

Die Calciumaufnahme ist bei Lakto-ovo-Vegetariern ausreichen hoch oder sogar höher als die Empfehlungen, wobei die Bioverfügbarkeit von Calcium aus pflanzlichen Nahrungsmitteln z.B. durch den Gehalt an Oxalsäure, Phytinsäure oder Pflanzenfasern beeinflusst wird.

Nach wie vor gilt, dass Veganer zur Vermeidung von möglicherweise schwerwiegenden Folgeerkrankungen obligat Vitamin B12 supplementieren sollten. Auch Vegetarier sollten auf die B12-Versorgung achten, weil z.B. ein Glas Milch oder ein Ei nur etwa zwei Drittel der erforderlichen täglichen B12-Aufnahme ermöglichen.

Wie bereits in früheren Positionspapieren wird auch in der aktuellen Publikation die therapeutische Bedeutung der vegetarischen Ernährung bei verschiedenen chronischen Erkrankungen erläutert, z.B. bei Übergewicht/Adipositas, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Krebserkrankungen und Osteoporose.

Das Positionspapier beschäftigt sich auch ausführlich mit ökologischen Folgen der vegetarischen Ernährung. Um ein Kilogramm Eiweiß aus Kidneybohnen zu produzieren, braucht man 18 mal weniger Land, 10 mal weniger Wasser 9 mal weniger Treibstoff, 12 mal weniger Kunstdünger und 10 mal weniger Pestizide im Vergleich zur Produktion von einem Kilogramm Protein aus Rindfleisch.

Referenz:
Journal of the Academy of Nutrition and Dietetics: Position of the Academy of Nutrition and Dietetics: Vegetarian Diets

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