«Ich hege keinen Zweifel darüber, daß es ein Schicksal des Menschengeschlechts ist, im Verlaufe seiner allmählichen Entwicklung das Essen von Tieren hinter sich zu lassen.»
(Henry David Thoreau)

Fischoel 200Spiegel online berichtete am 22. März 2017 unter der Überschrift "Machen Fischölkapseln Kinder schlauer?" über die Ergebnisse einer großen australischen Studie, an der ursprünglich 2400 werdende Mütter teilgenommen hatten. Im weiteren Verlauf der Studie wurden ein Viertel der Kinder im Alter von 18 Monaten, vier Jahren und sieben Jahren auf ihre kognitive Leistungsfähigkeit untersucht.
Die Mütter hatten in der zweiten Hälfte der Schwangerschaft entweder Fischölkapseln oder ein Placebopräparat eingenommen. Bei der Untersuchung der Kinder auf ihre kognitive Fähigkeiten zeigten sich keine wesentlichen Unterschiede. Die Autoren der Studie halten dies für einen starken Hinweis dafür, dass Fischölkapseln bei Schwangeren den IQ ihrer Kinder nicht verbessern.

Jährlich werden rund 5 Mio. Tonnen Fischmehl und 1 Mio. Tonnen Fischöl hergestellt. 3,2 Mio Tonnen Fischmehl gehen in die Aquakultur, 1,3 Mio. Tonnen werden an Schweine verfüttert. Diese Art der Fischmehl- und Fischölgewinnung ist problematisch, weil viele zu Mehl verarbeitete Fische eigentlich für die menschliche Ernährung geeignet wären und einfach zu so genannten Industriefischen erklärt werden.

In einer Untersuchung von kanadischen Wissenschaftlern zeigte sich, dass 90 Prozent der "Industriefische" eigentlich für den menschlichen Verzehr geeignet wären.


Kommentar:
Es gibt inzwischen sehr gute EPA/DHA-Präparate, die aus Algenöl gewonnen wurden, so dass keinerlei Notwendigkeit für die Einnahme von Fischölkapseln oder gar für den Fischverzehr besteht.


Referenzen:

  • Spiegel online, 22.03.2017: Machen Fischöl-Kapseln Kinder schlauer
  • Timm Cashion, Frédéric Le Manch et al.: Most fish destined for fishmeal production are food-grade fish; Fish and Fisheries, First published: 13 February 2017
  • heise.de, 03.11.2016: Omega-3 vom Acker

Archiv - Studien 2016

Aus dem Archiv

Zusammenhang zwischen rotem Fleisch, Hämeisen und Pankreaskarzinom

Wissenschaftler aus den USA untersuchten im Rahmen einer großen Studie mit 322.846 Studienteilnehmern Ernährungsfaktoren für die Entstehung des Pankreaskarzinoms. Nach etwa über neun Jahren hatten 1.417 Studienteilnehmer ein Pankreaskarzinom entwickelt. Das Risiko für das Pankreaskarzinom stieg signifikant mit dem Gesamtfleischkonsum an, mit dem Konsum von rotem Fleisch, gekochtem Fleisch bei hohen Temperaturen, gegrilltem Fleisch, durchgebratenem Fleisch und der Hämeisenaufnahme aus rotem Fleisch. Die Autoren der Studie schlagen vor, zusätzliche Studien durchzuführen, inwieweit der Verzehr von Hämeisen aus rotem Fleisch das Pankreasrisiko erhöht.

Referenz:
Taunk P, Hecht E et al.: Are meat and heme iron intake associated with pancreatic cancer? Results from the NIH-AARP Diet and Health Cohort; Int J Cancer. 2015 Dec 15

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