«Tiere sind meine Freunde, und meine Freunde esse ich nicht!»
(George Bernard Shaw)

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Wissenschaftler aus den USA beschäftigten sich in einem Fachartikel mit Faktoren, die die Schädlichkeit des Fleischverzehrs erklären können. Es gibt inzwischen eine ganze Anzahl von Erklärungsmodellen, warum der Fleischverzehr das Risiko für bestimmte Erkrankungen erhöht. Dazu gehören z.B. die Bildung heterozyklische Amine und polyzyklischer aromatischer Hydrocarbone, die beim Erhitzen von Fleisch entstehen und z.B. Schäden am Erbgut der Zelle ausüben können. Weitere Faktoren: der hohe Gehalt an gesättigten Fettsäuren im Fleisch, Umweltgifte wie z.B. Pestizide, Quecksilber und Blei, ein hoher Salzgehalt von Fleischprodukten, die Bildung von Trimethylamine (TMAO). Spezifisch für das rote Fleisch sind z.B. N-Nitrosoverbindungen als Mutagene sowie das Hämeisen. Inzwischen gibt es auch Vermutungen, dass Viren aus dem Rindfleisch karzinogen wirken.

Ein sehr wichtiger Aspekt mit großem Erklärungspotential ist die Entdeckung, dass Fleischesser eine bestimmte tierische Sialinsäure, nämlich N-Glycolylneuraminsäure, auch Neu5Gc genannt, einlagern. Die Sialinsäuren kommen vor allem in Drüsensekreten sowie an den Oberflächen von Zellmembranen vor und sind wichtige Bausteine von verschiedenen Biomolekülen. Im tierischen Organismus ist Neu5Gc eine häufig vorkommende Sialinsäure. Bei Menschen ist sie aber eine Fremdsubstanz, was dazu führt, dass der menschliche Körper Antikörper gegen diese Sialinsäure bildet. Diese so genannten Xenoautoantikörper führen zu einem entzündlichen Prozess, den man in der Fachliteratur als Xenosialitis bezeichnet. Die erhöhte Entzündungsaktivität erklärt auch, dass bei einem hohen Verzehr von rotem Fleisch regelmäßig auch der Anstieg verschiedener Entzündungsmarker nachgewiesen werden kann. Der Einbau von Neu5Gc kann sowohl die Entstehung von Tumorerkrankungen wie auch die Begünstigung einer Atherosklerose erklären. Neu5Gc wird nämlich auch in menschlichen Epitel- und Endothelzellen eingebaut.

Diese Abwehrreaktion gegen Neu5Gc erklärt auch, warum der Fleischverzehr z.B. den Typ-2-Diabetes, die rheumatoide Arthritis und die Makuladegeneration begünstigt.

Referenz:
Frederico Alisson-Silva, Kunio Kawanishi, Ajit Varki: Human risk of diseases associated with red meat intake: Analysis of current theories and proposed role for metabolic incorporation of a non-human sialic acid; Molecular Aspects of Medicine, Volume 51, October 2016, Pages 16–30

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Aus dem Archiv

Verheizte Kühe für Billigmilch: Doku der ARD

Khe 200Die Deutschen konsumierten im Jahr 2014 pro Kopf durchschnittlich 125,10 kg Milch und Milchprodukte. Um diesen gewaltigen Bedarf an Milch zu decken werden Millionen Kühe gehalten, 2014 waren es allein in Bayern über 1,2 Mio, deutschlandweit zählte man über 4,3 Mio.

Milch ist zu einem Billigprodukt geworden, das es schon für 0,55 Cent pro Liter im Supermarkt gibt. Aber wo kommt die Milch eigentlich her, wie wird sie produziert? Man weiß wenig über das Leid der Milchkühe, und möchte es im Grunde auch gar nicht wissen - das ist so wie beim Steak -, sonst könnte ja einem der Appetit vergehen.

Die ARD wollte es genauer wissen und recherchierte, wie es der "Milchmaschine Kuh" geht. Die Dokumentation „Verheizt für billige Milch – Das Leiden der deutschen Turbokühe“ von Monika Anthes und Edgar Verheyen wurde Ende Juli 2015 im ARD-Politikmagazin REPORT-Mainz ausgestrahlt und zeigt das Elend der Turbokühe ungeschminkt auf.

Viele Bauern passten sich in den letzten Jahren dem Trend der Milchwirtschaft an und sattelten um auf Zuchtkühe, die wesentlich mehr geben, als es der Natur eigentlich entspricht.  Es sind sogenannte Hochleistungskühe oder Turbokühe, bei denen jährlich 10.000 Liter abgemolken werden, anstatt wie früher 6.000 Liter. Um dieses Ziel zu erreichen, bekommen die Tiere teures Kraftfutter, das gar nicht „kuhgerecht“ ist und die Tiere krank macht, so die Recherche von ARD...

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