Pflanzliches Protein und Alterungsprozess

alterProteine tierischen und pflanzlichen Ursprung unterscheiden sich in ihren gesundheitlichen Effekten. Wissenschaftler aus Spanien untersuchten anhand von Daten von 1.951 Personen über 60 Jahren, wie sich eine Veränderung des Proteinverzehrs auf gesundheitliche Defizite während des Alterns auswirkte. Sie konnten nachweisen, dass eine Steigerung der Aufnahme pflanzlicher Proteine zulasten von Fleisch- und Milchprodukten altersassoziierte körperliche Defizite vermindern konnte.

Referenz:
Ortolá R, Struijk EA et al.: Changes in Dietary Intake of Animal and Vegetable Protein and Unhealthy Aging; Am J Med. 2019 Jul 29. pii: S0002-9343(19)30602-3. doi: 10.1016/j.amjmed.2019.06.051.

 

Bevorzugung gesunder pflanzlicher Nahrungsmittel vermindert das Risiko für Übergewicht / Adipositas

Spanische Wissenschaftler untersuchten bei 11.554 Studienteilnehmern, wie sich eine pflanzenbetonte Ernährung auf die Entwicklung von Übergewicht oder Adipositas auswirkte. Dabei wurde auch zwischen gesunder und ungesunder pflanzenbetonter Ernährung unterschieden. Als ungesunde pflanzliche Nahrungsmittel wurden Fruchtsäfte, Kartoffeln, Weißmehlprodukte, Gebäck und zuckerhaltige Getränke eingestuft. Die pflanzenbetonte Ernährung hatte nur dann einen günstigen Effekt auf die Entwicklung von Übergewicht und Adipositas, wenn gesunde pflanzliche Nahrungsmittel verzehrt wurden. Als gesund wurden eingestuft: Obst, Gemüse, Vollkornprodukte, Nüsse, Hülsenfrüchte, Olivenöl und Kaffee.

Referenz:
Gómez-Donoso C, Martínez-González MÁ et al.: A Provegetarian Food Pattern Emphasizing Preference for Healthy Plant-Derived Foods Reduces the Risk of Overweight/Obesity in the SUN Cohort; Nutrients. 2019 Jul 9;11(7). pii: E1553. doi: 10.3390/nu11071553.

Fleischverzehr und Krebsrisiko

Die Einstufung von verarbeiteten Fleischprodukten als karzinogen und von rotem Fleisch als möglicherweise karzinogen basiert auf dem Nachweis krebsauslösender Substanzen während der Zubereitung von Fleisch. Das Pökeln von Fleisch mit Nitrit kann zur Bildung von N-Nitrosoverbindungen führen. Durch das Räuchern von Fleischprodukten entwickeln sich polyzyklische aromatische Hydrocarbone. Eine Zubereitung von Fleisch bei hohen Temperaturen lässt heterozyklische aromatische Amine entstehen. Die Aufnahme von Häm aus Fleisch bewirkt im Darm unter anderem die Bildung von Lipidperoxidationsprodukten. Viele dieser chemischen Substanzen können zur Bildung von Mutationen führen und die Krebsentstehung anregen. Neuerdings gibt es noch ein weiteres Erklärungsmodell für die krebsauslösenden Eigenschaften von Fleisch: Das Molekül N-Glycolylneuraminsäure wird in die Zellmembranen des Menschen eingebaut und führt dort zu einer Immunantwort, die mit erhöhter Entzündungsaktivität und der Bildung von Sauerstoffradikalen verbunden ist. Dies wiederum kann zu DNA-Schäden und zu einer Auslösung des Tumorwachstums führen.

Referenz:
Turesky RJ: Mechanistic Evidence for Red Meat and Processed Meat Intake and Cancer Risk: A Follow-up on the International Agency for Research on Cancer Evaluation of 2015; Chimia (Aarau). 2018 Oct 31;72(10):718-724. doi: 10.2533/chimia.2018.718.

Vegetarische Ernährung und Proteinversorgung

Wissenschaftler aus Frankreich und den USA publizierten einen Übersichtsartikel über die Proteinversorgung bei Vegetariern und Veganern. Die Autoren des Fachartikels kamen zu dem Schluss, dass die vorhandenen Daten bei erwachsenen Vegetariern zeigen, dass sie mehr als genügend Protein und Aminosäuren zu sich nehmen. Bei einem Teil der Veganer könnte ein moderates Risiko für eine unzureichende Proteinzufuhr bestehen. Nach Aussage der Autoren gibt es keinen Beweis dafür, dass eine etwas geringere Proteinzufuhr bei Vegetariern nachteilige physiologische Effekte hätte. Zukünftige Studien zur vegetarischen Ernährung sollten sich nicht mehr mit der Frage einer ausreichenden Proteinzufuhr beschäftigen, vielmehr mit den langfristigen gesundheitlichen Effekten pflanzlicher Proteine im Vergleich zu tierischen Proteinen.

Referenzen:
Mariotti F, Gardner CD: Dietary Protein and Amino Acids in Vegetarian Diets-A Review; Nutrients. 2019 Nov 4;11(11). pii: E2661. doi: 10.3390/nu11112661.

Vegan-Klischee ade! Wissenschaftliche Antworten auf kritische Fragen zu veganer Ernährung

vegan klischee ade Im September 2018 erschien das Sachbuch: Vegan-Klischee ade! Wissenschaftliche Antworten auf kritische Fragen zu veganer Ernährung. In diesem Sachbuch werden ausführlich und wissenschaftlich sehr fundiert ernährungsphysiologische Aspekte der veganen Ernährung beleuchtet. Gerade im Rahmen einer vegetarischen oder veganen Ernährung ist das Thema B12-Versorgung von großem Interesse. Nach wie vor gilt, dass eine Supplementierung von Vitamin B12 der einzig sichere Weg ist zur Vermeidung eines B12-Mangels bei Veganern. Aber auch Ovo-Lacto-Vegetarier sind B12-Mangel-Kandidaten, da die durchschnittlich aufgenommene B12-Menge unter den offiziellen Zufuhrempfehlungen liegt. Eier sind keine verlässliche Vitamin-B12-Quelle, zudem ist die Bioverfügbareit von Vitamin B12 aus Eiern sehr gering. Man müsste also unrealistisch hohe Mengen an Eiern essen, um die empfohlene Zufuhr von Vitamin B12 zu erreichen.

Die B12-Aufnahme im Darm wird durch viele Medikamente beeinträchtigt. Dazu zählen z. B. Protonenpumpenhemmer, Medikamente zur Blutzuckersenkung, blutdrucksenkende Medikamente, Medikamente gegen Herz-Rhythmus-Störungen und gegen Gicht. Außerdem Cholesterinsenker, Breitbandantibiotika, Antiepileptika und Mittel zur Empfängnisverhütung.

Sehr hohe Dosen von Vitamin C können die Vitamin-B12-Aufnahme reduzieren. Deshalb sollte ein zeitlicher Abstand von mindestens vier Stunden zwischen der Vitamin-C-Zufuhr und der Vitamin-B12-Aufnahme eingehalten werden.

In Vegetarierkreisen ist natürlich die Frage von besonderem Interesse, ob Vitamin B12 in fermentierten Lebensmitteln vorkommt. Der aktuelle Erkenntnisstand ist der, dass Chlorellaalgen bioverfügbares Vitamin B12 enthalten können aber nicht zwangsläufig enthalten müssen. Anscheinend ist hierbei die Anbaumethode maßgeblich. Inzwischen gibt es erste Forschungsergebnisse dahingehend, dass Sauerkraut, mit einem speziellen Bakterienstamm fermentiert, bioaktives B12 enthält. Das gleiche gilt für Sojajoghurt. Allerdings sind diese Produkte noch nicht kommerziell erhältlich.

 Vegan bedeutet nicht zwangsläufig gesund und vollwertig. Es gibt inzwischen für fast alle Nahrungsmittel (auch ungesunde) vegane Varianten, z. B. Süßigkeiten, Wurst, Käse etc. Deshalb sollte bei Studien zur veganen Ernährung immer auch hinterfragt werden, wie die vegane Ernährung zusammengesetzt war.

Die Proteinversorgung bei Veganern kann nur sichergestellt werden, wenn auch die Kalorienzufuhr ausreichend ist. Sie ist meist gut bei täglichem Verzehr von Vollkorngetreide und Hülsenfrüchten, ergänzt durch Nüsse und Samen. Oftmals werden zu wenige Hülsenfrüchte verzehrt, was die Proteinversorgung deutlich verschlechtert. Hülsenfrüchte sind die besten Proteine in der veganen Ernährung, außerdem eine wichtige Quelle für die Aminosäure Lysin.

Bei pflanzlichen Proteinen müssen unbedingt die Nährwertangaben realistisch eingeschätzt werden. Der Proteingehalt im Trockengewicht von Hülsenfrüchten ist häufig recht hoch, durch das Kochen kommt es aber dann zu einer hohen Wassereinlagerung. Es ist deshalb entscheidend, wie viel Gramm Protein gekochte Hülsenfrüchte enthalten.

Autor: Niko Rittenau

Ventil Verlag; Auflage: 5 (14. September 2019)

 

 

Raus aus der Käsefalle: Warum der Verzicht auf Käse uns schlanker, gesünder und vitaler macht

raus aus der ksefalleIm Oktober 2018 wurde von dem renommierten Ernährungsmediziner Dr. Neal Barnard ein Sachbuch publiziert mit dem Titel „Raus aus der Käsefalle: Warum der Verzicht auf Käse uns schlanker, gesünder und vitaler macht“. Ein interessanter Aspekt dieses Sachbuches ist: Käse macht süchtig! Nach einer Studie der University of Michigan ist Pizza mit klebrigem Käse das Nahrungsmittel, dem man am wenigsten widerstehen kann. Dies hat wahrscheinlich auch biochemische Gründe. Casein ist das Protein, das konzentriert im Käse vorkommt. Bestandteil des Caseins sind Casomorphine. Dies sind Moleküle, die eine Ähnlichkeit mit Morphin aufweisen und an Opiatrezeptoren andocken können. Grundsätzlich bewirken Opiate eine verstärkte Dopaminfreisetzung, woraus sich dann ein Gefühl der Belohnung und des Wohlbehagens entwickelt. Es ist wissenschaftlich noch nicht abschließend geklärt, in wieweit Casomorphine ins Gehirn gelangen. Casomorphine wurden aber im Blut nachgewiesen.

Ein weiteres Thema dieses Sachbuchs ist die Konzentration von weiblichen Geschlechtshormonen in Milch und Milchprodukten. Milch von Kühen am Ende der Schwangerschaft enthält ein Vielfaches mehr an Östrogenen als zu Beginn der Schwangerschaft, wodurch dann auch die Östrogenkonzentrationen der Milchkonsumenten ansteigen können.

Autor: Dr. Neal Barnard

Das Buch ist im Oktober 2018 erschienen, Unimedica ein Imprint der Narayana Verlag,
ISBN-10: 3962570411

Fleisch macht krank!

Während man noch vor einigen Jahren glaubte, dass Fleisch wichtiger Bestandteil der Ernährung sei, weiß man heute: Das Gegenteil ist der Fall! Fleisch ist ein Genussmittel und für den Großteil der heutigen Zivilisationskrankheiten wie Krebs, Gicht, Osteoporose, für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes usw. mitverantwortlich...Zu den Gesundheitsrisiken

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