Es ist schon länger bekannt, dass Estrogene in Kontrazeptiva die Entstehung hormonabhängiger Tumoren fördern können. Bisher wurde aber wenig erforscht, inwieweit die Estrogenaufnahme aus Fleisch die Tumorhäufigkeit beeinflusst, obwohl bekannt ist, dass Rindfleisch und Hühnerfleisch von Tieren stammt, die häufig Estrogensupplemente erhalten.

Japanische Wissenschaftler untersuchten nun in verschiedenen Fleischproben die Estrogenkonzentration. Die Hormonkonzentrationen waren generell im Fett höher als im Muskelfleisch. Japanisches und US-amerikanisches Hühnerfleisch wiesen die höchsten Estrogenkonzentrationen auf. Auch Rindfleisch aus den USA war estrogenbelastet. Bei japanischem Rindfleisch und brasilianischem Hühnerfleisch wurde keine Estrogenbelastung nachgewiesen. Die Wissenschaftler kommen zu dem Schluss, dass die Estrogenbelastung in den Fleischproben sicherlich auf die Estrogenzufuhr während der Tierhaltung zurückzuführen ist. Die Estrogenkonzentration im Fleisch seien natürlich viel niedriger als die in Kontrazeptiva. Wenn man aber den lebenslangen Verzehr von Fleisch in Betracht zieht, muss die Estrogenzufuhr über dieses Produkt durchaus als ein Faktor angesehen werden, der die menschliche Gesundheit beeinträchtigt. Estrogene aus Fleisch und Fleischprodukten fördern die Estrogenanreicherung im menschlichen Körper und könnten auch das Auftreten hormonabhängiger Tumoren fördern.

Referenz:
Y Handa et al.: Does dietary estrogen intake from meat relate to the incidence of hormone-dependent cancers? Journal of Clinical Oncology, 2010 ASCO Annual Meeting Proceedings, Vol. 28, No 15, 2010