In der Juniausgabe des Clinical Edocrinology and Metabolism wurde von einer Studie der Universität of Southampton berichtet. In den späten 60er Jahren war es zur Verminderung des Risikos einer Preklampsie bei Schwangeren üblich, den Verzehr einer proteinreichen, kohlenhydratarmen Ernährung zu empfehlen. Preklampsie ist eine Schwangerschaftskomplikation, die sich durch einen stark erhöhten Blutdruck auszeichnet.

In der gegenwärtigen Studie wurden die jetzt erwachsenen Kinder unter Anwendung verschiedendener Testverfahren auf ihre Stresstoleranz untersucht. Die Forscher nahmen zur Cortisolbestimmung Speichelproben während und nach den Testverfahren. Dabei zeigte sich, dass der Cortisolspiegel sehr eng mit der Fleischmenge korrelierte, die die Mütter in der späten Schwangerschaftsphase gegessen hatten.

Der Leiter der Studie Dr. David W. Phillips vermutete, dass eine unausgewogene proteinreiche Ernährung die fötale Entwicklung nachteilig beeinflusst. Offensichtlich entsteht dadurch eine höhere Stressempfindlichkeit, die sich nicht nur im frühen Lebensalter bemerkbar macht, sondern bis in das Erwachsenenalter hinein.

Es ist bekannt, dass proteinreiche Diäten die HPA-Achse stimulieren können. Wenn also die Mütter chronisch erhöhte Cortisolspiegel während der Schwangerschaft haben, könnte dies zu einer Umprogrammierung der sich entwickelten fötalen HPA-Achse führen.

Die Ernährung der Mütter ähnelte sehr stark der heutigen umstrittenen Aktins-Diät und ist nach Aussage von Phillips für schwangere Frauen nicht geeignet. Stattdessen sollten Frauen eine ausgewogene Ernährung pflegen, die viel Vollkorngetreide, Früchte und besonders grünes Gemüse einbezieht.

Referenz:
Mom´s meat-rich diet affects kid´s stress response;
Medline Plus, 4. Juli 2007