Verschiedene epidemiologische Studien in den letzten Monaten haben überzeugend nachgewiesen, dass der Verzehr von rotem Fleisch dosisabhängig das Risiko für Brustkrebs erhöht – und zwar sowohl bei jüngeren als auch bei postmenopausalen Frauen. Vor kurzem wurde eine interessante Studie des Imperial College London publiziert. Es konnte erstmals gezeigt werden, dass ein heterozyklisches Amin - nämlich PhIP – bereits in außerordentlich geringer Dosierung die Prolactinbildung in einer Zellkultur mit Hypophysenzellen anregen konnte. Prolactin ist neben Östrogenen ein wichtiger Stimulator des Wachstums von verschiedenen Brustkrebsarten. Einer der Autoren der Studie, Nigel J. Gooderham, zeigte sich überrascht, dass selbst kleinste Mengen von PhIP (10 –11 mol/ l) in der Lage sind, die Prolactinkonzentration zu stimulieren. PhIP hat also eine unglaublich starke Wirksamkeit. Man weiß schon seit längerer Zeit, dass bei der Zubereitung von Fleisch mit großer Hitze heterozyklische Amine, insbesondere PhIP, entstehen.

Die Ergebnisse der Laborstudie der Londoner Forschergruppe könnte ein wichtiger Erklärungsbaustein dafür sein, warum bei immer mehr epidemiologische Studien der Fleischverzehr mit dem Brustkrebsrisiko korreliert.

Referenz:
Science News Online: Troubling Meaty „Estrogen“; Week of Oct. 20, 2007; Vol. 172; No. 16